Hundertwasser, Friedensreich

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Friedensreich Hundertwasser (auch Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser; bürgerlich Friedrich Stowasser) wurde am 15. Dezember 1928 in Wien geboren.

Hundertwasser war das einzige Kind des arbeitslosen Ingenieurs Ernst Stowasser und dessen Ehefrau Elsa. Sein Vater starb dreizehn Tage nach seinem ersten Geburtstag an einer Blinddarmentzündung, worauf ihn seine Mutter alleine großzog. Mit sieben Jahren kam er auf die Montessori-Schule in Wien. Die dortigen Kunsterzieher attestierten ihm „außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn“. Obwohl seine Mutter Jüdin war, wurde Hundertwasser 1935 katholisch getauft. Nach seiner Matura am Gymnasium Horn im Jahr 1948 besuchte er im Wintersemester 1948/49 für drei Monate die Wiener Akademie der bildenden Künste. Dort begann er seine Werke mit dem Künstlernamen Hundertwasser (hundert (russ. сто sto)) zu signieren. Kurz nachdem er sein Studium abgebrochen hatte, reiste Hundertwasser im April 1949 zum ersten Mal nach Italien. Er lernte u. a. den französischen Künstler René Brô kennen. Gemeinsam reisten sie 1950 bis nach Paris. Es folgten weitere Reisen nach Marokko (erste Jahreshälfte 1951), nach Tunesien, Sizilien und auf die Bürgeralm bei Aflenz in der Steiermark. Der Einzelgänger Hundertwasser reiste zeit seines Lebens viel und gerne. Stets hatte er einen Miniaturmalkasten bei sich, um überall und sofort malen zu können. Während eines Aufenthalts in Japan entstand auch der Name Friedensreich. Er übersetzte seinen Vornamen in die japanischen Schriftzeichen für die Begriffe Friede und reich und nannte sich von nun an Friedensreich.

Seine ersten Ausstellungen hatte Hundertwasser 1952 und 1953 in seiner Heimatstadt Wien, 1955 dann in Mailand sowie 1954 und 1956 in Paris. 1964 wurden Arbeiten von ihm auf der documenta III in Kassel in der Abteilung Malerei gezeigt. 1968 segelte Hundertwasser mit einem alten Salzfrachter, welcher nach vollständigem Umbau zu Hundertwassers Schiff „Regentag“ wurde, von Sizilien nach Venedig. In den 1970er Jahren ließ Hundertwasser erste Architektur-Modelle anfertigen. In diesen Modellen schuf er architektonische Formen wie z. B. das Augenschlitzhaus, das Terrassenhaus und das Hoch-Wiesen-Haus. Seit den frühen 1980er Jahren betätigte sich Hundertwasser als „Architekturdoktor“, wie er sich selbst bezeichnete. Hundertwasser schuf viele Objekte angewandter Kunst, entwarf Briefmarken, Fahnen, Münzen, Bücher, Porzellanobjekte. Er gestaltete die „Vindobona“, ein Fahrgastschiff der DDSG Blue Danube (1995), und eine Boeing B 757 für die Condor Fluggesellschaft, Deutschland (nicht realisiert).
Hundertwasser beherrschte viele graphische Techniken meisterlich: Lithographie, Siebdruck, Radierung, Farbholzschnitt und andere mehr. Oftmals kombinierte er in seinen Werken Techniken oder erweiterte sie um neue Aspekte. Bei den Grafiken aus der Regentagmappe kombinierte er den Siebdruck mit Metallprägungen, verwendete teilweise phosphoreszierende Farben und Glasstaub als Auflage.
Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa an Bord der „Queen Elizabeth 2“ an Herzversagen.

Quelle: Wikipedia

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